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Freitag, 8. Mai 2015

Sauerampfer (Rumex acetosa)






Beschreibung: Der Sauerampfer gehört zur Familie der Knöterichgewächse und wird als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet. Er wächst als ausdauernde, krautige Pflanze und wird 30-100cm hoch.  Blühen tut er von Mai bis August mit kleinen roten Blüten. Wegen seinem Oxalgehalt, sollte man die jungen Blätter ernten und nicht die bereits durchlöcherten, älteren Blätter. Er kommt in Europa, Eurasien und Amerika vor. Man erkennt ihn an seinen pfeilähnlichen Blättern und seinem sauren Geschmack.  Der Sauerampfer wächst auf feuchten Wiesen, Weiden und Waldlichtungen, an Wegrändern und im Garten. 



Namen: Wiesensauerampfer, großer Sauerampfer, Sauerlump, Blacke, Sauergras, Sauerknöterich.

Verwendung:  Als Wildgemüse und Heilpflanze. Man kann zB  Tee, Smoothie, Saft, Küchengewürz, Suppen, Saucen, Salat und Eis herstellen, ihn auch wie Spinat zubereiten. Als Umschlag frisch zerstoßen hilft er bei Wespen- und Bienenstichen. Waschungen kann man mit Sauerampfer durchführen.  Als Tee kann er bei Akne helfen. 



Geschichtliches: Der Sauerampfer ist seit Jahrhunderten als Sammelnahrung bekannt und wird besonders von Kindern gern genascht. Früher glaubte man, er verursache Läuse, was vielleicht mit den kleinen, roten Früchten des Sauerampfers zusammenhängt, die ähnlich aussehen. Wenn eine Frau einen Sauerampfer bei der Feldarbeit fand, so sollte sie ihn ausgraben und schauen wohin diese zeigt. Aus dieser Richtung sollte ihr zukünftiger Ehemann kommen. Im Altertum wurde der Sauerampfer von Ägypter, Griechen und Römer genutzt, um ihre fetten Speisen bei Festmahlen auszugleichen. Im Mittelalter schrieb man ihm vorallendigen eine fibersenkende Wirkung zu und man nutze ihn als Mittel gegen Skorbut. Sebastian Kneipp beschrieb ihn nicht nur als: „ein gutes Heilmittel, sondern vorzügliche Kost für Kranke, da er das Blut reinigt und verbessert." Und er verschrieb Sauerampfer, der in Wein aufgekocht wurde, bei Unterleibsschmerzen.  Den  Germanen war der Sauerampfer als Gemüsepflanze auch bereits bekannt.  Im Buch Der heilige Hain schreibt Christian Rätsch, dass die Germanen ihn wie eine Tabakpflanze in einer Pfeife geraucht haben. Das Wort Ampfer leitet sich aus dem Germanischen ab und bedeutet Sauer, Scharf.

Inhaltsstoffe: Der Sauerampfer enthält sehr viel Vitamin C und er ist leicht giftig. Wegen relativ hohem Gehalt an Kaliumhxdrogenoxalat, sollte man nicht zuviel davon essen, da es sonst zu einer Oxalvergiftung kommen kann. Oxalsäure fördert zudem die Entstehung von Nieren- und Blasensteinen, weshalb Leute mit Problemen in diesem Bereich ihn besser meiden.  Desweiteren hemmt Oxalsäure die Aufnahme von Eisen, welches aber im Sauerampfer auch in  hoher Konzentration vorhanden ist.
Vitamin C, Oxalsäure, Eisen, Kaliumbioxalat, Flavonoidglykoside, Gerbstoffe, Gerbsäure, Hyperosid.

Anwendungsgebiete:  Man kann ihn für eine Frühjahrskur nutzen und bei Erkältungen und Nebenhöhlenentzündung,  Appetitlosigkeit, Verdauungs- und Magenbeschwerden, Leberschwäche, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Durchfall, Skorbut, Würmer, Blutarmut, Akne und anderen Hautproblemen,  sowie Frauenbeschwerden anwenden. Äußerlich hilft er bei Bienen- und Wespenstichen.

Heilwirkung: blutbildend und blutreinigend, menstruationsregulierend, harntreibend, adstringierend, entzündungshemmend, fiebersenkend, schleimlösend, tonisch.







Hinweis: Diese Seite soll lediglich der Information über Sauerampfer dienen. Für eine medizinische Beratung sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen! Ich übernehme keine Haftung für eventuell hervorgerufene gesundheitliche Schäden durch die Einnahme von Sauerampfer.

!Achtung Leute die Arthritis, Gicht, Rheuma und Nierenerkrankungen und Blasen- sowie Prostatabeschwerden haben sowie Lungenbeschwerden und Krankheiten, sollten diese Pflanze meiden!

Mittwoch, 29. April 2015

Brennnessel (Urtica)




Beschreibung: Die Brennnesselgewächse kommen fast weltweit vor. Nur in der Antarktis kann man keine Art finden. Sie werden auch Pionierpflanzen genannt, weil sie unverwüstlich und stark fast überall wachsen. In Deutschland kann man fast überall die Große Brennnessel und die Kleine Brennnessel sehen, seltener die  Röhricht-Brennnessel und Pillen-Brennnessel. Meistens wachsen diese Pflanzen ausdauernd krautig, selten als Halbsträucher und werden ca. 10-300 cm hoch in Mitteleuropa. Die gegenständigen, gestielten Blätter sehen eiförmig, am Grund herzförmig aus. Die Blätter sind grob gezähnt und nach vorne hin lang zugespitzt. Die grünen Pflanzenteile sind mit Brenn- und Borstenhaaren versehen, weshalb sie auch ihren Namen erhalten hat. Nach Berührung der Brennhaare entstehen brennende Quaddeln auf der Haut. Die Brennflüssigkeit der Kleinen Brennnessel schmerzt stärker als die der Großen Brennnessel. Die Brennhaare dienen als Schutzmechanismus vor Fraßfeinden. Um die Haare fürs Essen unschädlich zu machen sollte man die Brennnessel nach dem Sammeln in einem Handtuch gut durchwringen, die Brennnesseln mit einem Nudelholz gut durchwalken oder kräftig mit Wasser abspülen. Beim Kochen oder Trocknen verlieren sie auch ihre brennende Wirkung.  Wenn man einen Smoothie zubereitet reicht es sie gut zu pürieren, dann brennen sie auch nicht mehr. 





Namen: Donnernessel, Große Nessel, Hanfnessel, Nettel, Saunessel.

Verwendung: Man nutzt sie als Faserpflanzen für Textilienherstellung und Färbepflanzen, sowie im Garten nutzt man sie gerne als Jauche um anderen Pflanzen  zu düngen und vor Schädlingen zu schützen. Desweiteren ist die Brennnessel ein Lebensmittel und Heilmittel. Es kann das Kraut, die Samen und die Wurzel genutzt werden. Man kann sie innerlich und äußerlich anwenden und man nutzt sie zB für Tinkturen, als Nahrungsmittel (als Salat, Suppe oder wie Spinat gekocht, als Smoothie, Saft usw) als Pulver und als Tee.

Geschichtliches: Früher hat man Butter, Fisch und Fleisch mit Brennnesseln umwickelt, damit sich die Speisen länger frisch halten, was auf Wirkstoffe zurückzuführen ist, die die Vermehrung gewisser Bakterien hemmen. Auch wurde die Brennnessel als hoher Vitaminträger in das Futter von Tierbabys beigemischt, damit diese schneller wachsen. Im Mittelalter ließen sich die Menschen gegen Rheuma mit Brennnesseln auspeitschen. Pfarrer Kneipp schrieb über das Nesselpeitschen. Rudolph Steiner nannte die Brennnessel "Königin der Beikräuter" und Albrecht Dürer schuf ein Bildnis, auf dem ein Engel eine Brennnessel zum Thron Gottes empor trägt. Kräuterpfarrer Johann Künzle verglich die Brennnesel mti einem ruchen Cholderi, einem Mann mit grimmigen Gebaren, aber mit einem hilfreichen Herzen. Bei den Germanen ist die Brennnessel dem Donner- und Fruchtbarkeitsgott Thor geweiht. Das Verbrennen der Haut brachte man in Verbindung mit dem Gott, der Blitze dann auf die Erde sandte. An bestimmten Tagen aßen die Germanen früher ein Brennneselgericht zur Steigerung der Potenz und Fruchtbarkeit. Jungs streuten ihrer Liebsten Brennnesselsamen ins Haar und verschmähte Mädchen sprengten Tee aus dem Samen auf die Türschwelle des Jungen. Bei drohendem Gewitter legt man Brennneselruten auf den Bierbottich, damit das Bier nicht umschlägt und sauer wird und man schmiss Brennnessel in den Kamin oder ins Herdfeuer um vor Blitzeinschlag geschützt zu sein. Auch in der Antike war die Brennnessel als Aphrodisiakum bekannt und es wurden Tränke und Heiltränke mit ihr gebraut.  Im alten Aberglauben sollen Brennnesselsträuße gegen Hexen  und böse Geister helfen. 
 
Brennnesseln wachsen laut Rutengängern gerne an Strahlungsorten, etwa dort wo Wasseradern sich kreuzen. Die Orte sind Übergänge zur Anderswelt, wo man Kontakt zu Verstorbenen und Wesen aufnehmen kann. In Brennnesselhorsten sitzen Geister.


In der Blumensprache bedeutet eine Brennnessel im Strauß brennende Liebe im Herzen. Die Brennessel wird astrologisch dem Planeten Mars und dem Element Feuer zugeordnet.

Inhaltsstoffe: Nesselgift, Vitamine, Mineralien, Eisen, Histamin, Sekretin

Die jungen Triebe sind reich an Flavonoiden (überwiegen Quercetin ,Kämperol, Isorhamnetin), Enzyme, Pflanzliche Hormone (Phytohormone), Fett, Kohlenhydrate, Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor, Natrium, Schwefel, Silicium (Kieselsäure), Eiweiß, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E.

In den Samen sind etwa 30% Öl (vorallendingen Linolsäure, Vitamin E, Schleimstoffe, Carotinoide.

Anwendungsgebiete: Man kann sie gut zur Entgiftung und Entschlackung einsetzen. Gerne wird eine Frühjahrskur damit gemacht. Sie ist eine geniale Stoffwechselpflanze. Desweiteren wird sie bei Diäten und gegen Erschöpfung und Müdigkeit empfohlen. Die Brennnessel ist ein hoher Eisenspender und hat bis zu dreimal soviel Eisen wie Spinat, mehr Eiweiß als Soja und mehr Vitamin C als Orangen. Sie kann Leber, Galle und Verdauung positiv beeinflussen. Äußerlich angewendet als Tee kann sie bei Allergien, Ekzemen, Pickel und Akne Linderung verschaffen. Sie wirkt sich auch positiv aus bei Lungenerkrankungen, Arthritis, Arthrose, Blasenentzündung und Blasen- sowie Prostatabeschwerden. Mutige Rheumabetroffene lassen sie mit der Brennnessel schlagen, um die Reizwirkung des Gifts auszunutzen. Die Brennnessel senkt den Blutdruck und stärkt die Abwehrkraft. Auch bei Menstruationsbeschwerden wird sie verwendet und zur Unterstützung bei Krebs und Diabetes eingesetzt. Brennnesselsamen werden bei Unfruchtbarkeit, Impotenz und Haarausfall eingesetzt und eignen sich super zum Trocknen und pulverisieren. So  können Sportler die eiweißreichen Samen als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Heilwirkung: Blutreinigend, blutbildend, blutstillend, stoffwechselfördernd und anregend, entgiftend, entschlackend, entzündungshemmend, harntreibend, durchblutungsfördernd, schleimlösend, leicht adstringierend.






Hinweis: Diese Seite soll lediglich der Information über Brennnesseln dienen. Für eine medizinische Beratung sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen! Ich übernehme keine Haftung für eventuell hervorgerufene gesundheitliche Schäden durch die Einnahme von Brennnessel.

Donnerstag, 16. April 2015

Gänseblümchen (Bellis perennis)







Namen: Mehrjähriges Gänseblümchen, Margritli, Monatsröserl, Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Regenblume, Sommerröschen, Sonnenblümchen, Tausendschön, Gisegeisseli, Geissemeieli, Geisseblüemli, Geissenblümchen, Mülerblüemli oder Margrittli


Beschreibung: Das Gänseblümchen gehört zur Familie der Korbblütler und ist auf fast jeder Rasenfläche Mitteleuropas zu finden. Es ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die meistens 4-15cm groß wird. Das Gänseblümchen blüht von März bis November. Die weiße Scheinblüte (Körbchen) richtet sich immer nach der Sonne und schließt sich abends sowie bei schlechtem Wetter. 




Verwendung: Das Gänseblümchen ist essbar. Vorallendingen werden Blätter, Knospen und Blüte für Salate, Tee, Smoothies, als Beilage, auf Süßspeisen, als Deko und Kapernersatz genutzt. Eine Tinktur ist herstellbar. Äußerlich kann man Tee auftragen, um Ausschläge, unreine Haut und Wunden zu behandeln. 


Sunshine-Smoothie
Aus 1/2 Honigmelone, 1 Banane, 1 Orange, Taubnessel und Gänseblümchen



Geschichtliches: Das Gänseblümchen ist ein Frühlingsbote und aus dem alten Volksglauben geht hervor, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr mit dem Mund pflückt und  isst, der bleibt das restliche Jahr vor Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber, vor Krankheiten verschont. Trägt man zwischen 12-13 Uhr gepflückte, getrocknete Gänseblümchen vom Johannistag bei sich, dem geht keine wichtige Arbeit schief. Desweiteren wird das Gänseblümchen auch als Orakel genutzt. Hierfür werden in Abzählreimen die Blütenblätter abgezupft wie ...liebt mich,  ... liebt mich nicht usw. Der Name des Gänseblümchen leitet sich vom lateinischen bellus= schön und perennis= ausdauernd ab. Die schöne Ausdauernde ist eine alte germanische Kultpflanze, welche Göttin Ostara gewiehen ist und sie ist eng mit der Osterzeit und ihren Bräuchen verbunden. Es blüht zuerst dort, wo die germanische Frühlingsgöttin Ostara ihren Fuß auf die Erde setzt. Die gelbe Sonne im Gänseblümchen wird als Auge Baldurs bezeichnet und deutet auf seine Anwesenheit hin. Es heißt, wenn man 7 Blüten mit einem Fuß verdecken kann, dann ist der Frühling da. In der Blumensprache steht das Gänseblümchen für Reinheit und kindliche Unschuld. Sie stammt aus dem Zaubergarten Freyas und blüht fast unverzagt das ganze Jahr hindurch. Das Maßliebchen, wie das Gänseblümchen früher genannt wurde, verweist auf die Silbe màs und bedeutet im Altkeltischen Anger und im Germanischen Wiese und lief bedeutete Blatt (heute englische leaf). 

Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Anthoxanthin, Flavonoide, Fumarsäure, Schleim, Inulin. Gänseblümchen enthalten siebenmal mehr Vitamin C als Kopfsalat.  Sie sind reich an Vitamin A, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen.

Anwendungsgebiete: Das Gänseblümchen regt den Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung, lindert den Husten (krampfstillende Eigenschaft), wirkt harntreibend und kann somit Ödeme bessern und bei Blasenleiden helfen.  Es hilft auch bei Menstruationsbeschwerden, Weissfluss, Hautkrankheiten, Ausschlägen, unreine Haut, Lippenherpes und verbessert die Wundheilung. Das Gänseblümchen vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit, hebt die Laune und hilft bei allerlei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Man gibt es Kindern die schlecht wachsen und allgemein geschwächten Kindern soll es Kraft schenken. Man kann bei Verletzungen das Gänseblümchen als Wundpflaster nutzen, da es schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. 

Heilwirkung: blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampfstillend, schmerzstillend, Stoffwechsel anregend, appetitanregend.



Achtung: Schwangere sollten Gänseblümchen nicht essen. Allergien sind wie bei allen Nahrungsmitteln möglich.


Hinweis: Diese Seite soll lediglich der Information über Gänseblümchen dienen. Für eine medizinische Beratung sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen! Ich übernehme keine Haftung für eventuell hervorgerufene gesundheitliche Schäden durch die Einnahme von Gänseblümchen.

Bärlauch (Allium ursinum)





Beschreibung: Der Bärlauch ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch, da er zur Gattung Allium zählt. Er ist eine Gemüse-, Gewürz und Heilpflanze. Man findet ihn in Europa und in Teilen Asiens meistens in Wäldern. Während er im Süden von Deutschland verbreitet ist, findet man ihn im Norden nur selten. In Brandenburg und Hamburg steht er sogar auf der roten Liste. Früh im Jahr treibt er aus und wird dann sehr gerne gesammelt und verspeist. Bärlauch ist eine krautige, ausdauernde Pflanze, die 20-50cm groß wird. Die weißen Blüten des Bärlauchs blühen zwischen April bis Juni und bilden Kapseln, die wenige Samen beinhalten. 


Namen: Bärlauch wird auch Bärenlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch, Hundsknoblauch, Hexenzwiebel, Waldherre, Bärenknuflak , Germsel, Hollauch, Hollouch, großer Knoblauch, Kremser, Paules Rämsche , Rämse, Rämtern, Rame , Rames-adra, Rames-öre, Rampen, Rampsen, Ramschen, Ramsen Rambs, Ramisch,  Ramsel,  Ramser, Ramseren, Ransericht, Räpschala , Ränze , Räzschala, Remese , Remsa , Remschala , Remsen  Zigeunerlauch und Zigeunerknoblauch genannt. Der volkstümliche Name Ramser, leitet sich vom germanischen Begriff hroms her, welches ein Name für Zwiebelgewächse ist.


Geschichtliches: Dem Bärlauch werden unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben. Er ist eine Heilpflanze der Germanen, die als besonders heilkräftig gilt. Die Pflanze bringt den Frühling, denn der starke Bär zwingt den Winter in die Knie, um Leben hervorzubringen. Manche Seelentiere zeigen sich in Form von Pflanzen und wenn man diese dann isst, nimmt man die Stärke des Seelentieres in sich auf. Die Pflanze wird bei den Germanen an bestimmten heiligen Tagen gegessen und man glaubt, dass sie Verhärtungen auflöst. Die Pflanze kräftigt und entschlackt. Den Bären den man als besonders starkes Tier verehrt wurden sehr kräftige und heilwirksame Pflanzen zugeschrieben. Neben dem Bärlauch sind das Bärenklau, Bärlapp und Bärentraube so wie Bärwurz. Man erzählt sich das Bären nach der Winterruhe zuerst den Bärlauch essen, um nach dem langen Winterschlaf mit vielen Vitaminen und Nährstoffen versorgt zu sein. Deshalb wird der Bärlauch zusätzlich mit dem Bären in Verbindung gebracht und hat seinen Namen erhalten.


Verwechslung: Trotz des markanten, unverwechselbaren Geruchs (zwischen den Fingern zerreiben) wird er manchmal mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder gefleckten Aronstab verwechselt, welche sehr giftig sind. 5 Blätter der Herbstzeitlosen könne bereits tödlich sein. Der Bärlauch steht meistens in Gruppen und kann ganze Areale bedecken. Er riecht wie Knoblauch. Die Blüten sind weiß und haben eine wunderschöne Sternenform. 





Anwendung: Alle Teile des Bärlauchs sind essbar. Da der Bärlauch beim Erhitzen seinen Geschmack und sehr viele Inhaltsstoffe verliert, sollte man ihn roh genießen. Man kann ihn zB benutzen um Öl, Butter, Senf,  Paste, Pesto, Dips, Brotaufstrich, Saucen, Suppe, Salat, Smoothies, Essig und alkoholhaltige Getränke, sowie Kapern herzustellen. Desweiteren kann man ihn als Tee und Tinktur nutzen.  Die Sammelzeit des Bärlauchs ist von März bis Mai. Danach schmecken die Blätter nicht mehr. 

Bunter Salat mit Bärlauchsauce
Erbsensuppe mit Bärlauch



Inhaltsstoffe: Allicin, Vitamin C, Ätherisches Öl: Vinylsulfid, Merkaptan, Mineralsalze, Eisen, Schleim, Zucker. Die Bärlauchblätter haben gegenüber den anderen Pflanzen die höchste Konzentration an Schwefelverbindungen. Die schwefelhaltigen Substanzen wie Glutathion, Cystein und Cystein-S-oxide werden durch das Abschneiden der Blätter aktiviert und werden mit Enzymen zu Sufensäuren. Hohe Anteile an Mangan, Magnesium, Adenosin sowie ätherischen Öle sind vorhanden.



Anwendungsgebiete: Die Heilwirkung des Bärlauchs liegt vorallendingen im Magen-Darm-Bereich. Er heilt die Darmflora. Der Bärlauch hat eine positive Wirkung auf die Blutgefäße und kann Cholesterin senken sowie Herzinfarkt, Schlaganfall und Arteriosklerose vorbeugen. Er wirkt sich positiv auf die Atemwege, den Stoffwechsel, auf die Verdauung und das Kreislaufsystem aus. Er kann bei Asthma, Bronchitis und Blasenbeschwerden helfen. Bärlauch ist appetitanregend und regt zudem das Sexualverlangen an. Da er fruchtbarkeitsfördernd und sinnlichkeitssteigernd ist, wurde er im Mittelalter von den Mönchen gemieden und geriet fast in Vergessenheit. Man sagte ihm sogar nach, es sei eine Teufelspflanze. Der Bärlauch regt die Leber- und Gallenfunktion an, die Harnbildung und senkt den Blutdruck. Bärlauch hat eine regulierende Wirkung auf den Fettstoffwechsel und man setzt ihn traditionell gegen Darmparasiten ein. Er enthält Allicin und ist somit ein natürliches Antibiotika. Er wirkt harntreibend, entschlackend und entgiften den Körper. Somit ist Bärlauch optimal um eine Frühjahrskur durchzuführen. Hierbei wird eine Hand voll Bärlauch täglich bei oder in einem rohen Gericht nach Wahl gegessen oder getrunken.  


Heilwirkung: Die Wirkung des Bärlauchs ist adstringierend, anregend, antibiotisch, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, hautreizend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend und tonisierend.



Aufbewarung:
Den frichen Bärlauch sollte man mit Wasser getränktes Zewa umwickeln und in einer Plastiktüte im Kühlschrank bis zum Verarbeiten aufbewahren. 



Um Bärlauch haltbar zu machen kann man ihn:

1. Einfrieren. Dazu kleinhacken und vorportioniert einfrieren oder mit Öl pürieren und in Eiswürfelformen füllen.


2.Trocknen kann man ihn auch, jedoch verliert er dabei fast seinen ganzen Geschmack.


3. In Öl konservieren

-Man kann ihn kleinschneiden und in Ölflaschen füllen. So hält er sich im Kühlschrank bis zu einem Jahr. Allerdings muss man immer darauf achten das die Bärlauchstücke mit Öl bedeckt sind. Besser ist es nach ein paar Wochen, wenn das Öl durchgezogen ist, die Bärlauchstücke aus dem Öl zu entfernen. 





-Man kann Paste herstellen. Hierfür den Bärlauch im Mixer mit etwas Öl und Salz pürieren und in einem Schraubglas abfüllen. Mit Öl auffüllen bis die Paste vollständig mit Öl bedeckt ist. Im Kühlschrank ist das dann mehrere Monate haltbar.


-Man kann Pesto herstellen. Hierfür wird Bärlauch mit Nüssen oder Sonnenblumenkerne und getrocknete Tomaten und Salz im Mixer zu einer Paste püriert, in Schraubgläser abgefüllt und mit Öl übergossen, bis das die Paste vollständig bedeckt ist. Im Kühlschrank ist das dann bis zu mehrere Monate haltbar.





4. In Alkohol konservieren

Man schneidet den Bärlauch in Streifen und konserviert ihn in Alkohol, z.B. Klarem, Korn oder Wodka.



5. In Essig konservieren

Man schneidet den Bärlauch in Streifen und konserviert ihn in Essig.




Bärlauchblätter grob hacken und mit 10g Salz mit dem Stabmixer fein pürieren (50g Bärlauch, 500g Salz grob). Das restliche Salz zugeben und ordentlich mit der Paste verrühren. Das feuchte Salz dann auf einem Tablett fein ausstreichen und im Backofen (50 Grad mit Löffel dazwischen), auf der Heizung oder in der Sonne oder im Dörrgerät (40 Grad) trocknen lassen. Das getrocknete Salz dann zerbröseln und in ein Gefäß füllen. Am besten trocknet man es draußen, da es sehr schwefelhaltig riecht.




Und die süße bayrische Bärlauchschnecke ist nun nach Brandenburg umgezogen. Den Bärlauch sollte man immer gut Waschen und durchgucken bevor man ihn verarbeitet.






Achtung: Schwangere sollten Bärlauch nicht essen, da er in Verdacht steht Wehen oder Fehlgeburten auslösen zu können. Menschen mit empfindlichen Magen können Magenbeschwerden durch das Essen von Bärlauch bekommen. Allergien sind wie bei allen Nahrungsmitteln möglich.


Hinweis: Diese Seite soll lediglich der Information über Bärlauch dienen. Für eine medizinische Beratung sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen! Ich übernehme keine Haftung für eventuell hervorgerufene gesundheitliche Schäden durch die Einnahme von Bärlauch.